Südkurier 26.11.2016, Konstanz
DER MOND UND DAS BOOT



Wenn das Weihnachtsmärchen des Staatstheaters der Mond und das Boot am Sonntag 27. November, in der Werkstatt erstmals über die Bühne geht, hat es schon einige Testläufe vor kleinen Zuschauern hinter sich. Schüler aber auch der vier Jahre alten Sohn und die sieben Jahre alte Tochter der Regisseurin Magdalene Schaefer haben das 30 Minuten Stück schon gesehen Sie gehören zum Probenpublikum auf dessen Reaktionen das Ensemble und Regie gespannt achten. Denn bei kleinen Kindern seien die Reaktionen nie so genau abzuschätzen und ob das, was sich die Erwachsenen ausgedacht haben, die Kinder auch mitnehmen, sagt Regisseurin Schäfer. Dabei kennt sich die 34-jährige bestens aus mit dem Spiel vor sehr junge Publikum. Bei den kleinen sei die Bandbreite der Reaktion riesig sagt Frau Schaefer. Bei den Proben von Kindern testeten die Akteure etwa aus, wie intensive Angst gespielt werden kann, ohne dass die Kinder zu sehr erschrecken. Die gesamte Geschichte wird ein Dreijähriger wahrscheinlich nicht verstehen, durchaus aber die drei wichtigen Stationen im Spiel. In "der Mond und das Brot" geht es um ein Boot das gern zum Mond fahren möchte die Reise beginnt in dem das kleine Boot auf einen Fisch, einen Pelikan und auf einen Wal trifft. Ob einer den Traum des Bootes erfüllen kann, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten

Weihnachtsmärchen mit erfrischender Poesie
"Der Mond und das Boot" im Theater Konstanz überzeugt kleine Besucher mit Poesie und feinem Humor. Und große Besucher mit Seitenhieben auf Erziehungsstile.
Begegnung mit einem Pelikan: Natalie Hünig liefert in "Der Mond und das Boot" in der Werkstatt des Theaters Konstanz einen überragenden Auftritt ab. | Bild: Theater Konstanz/Bjørn Jansen
Konstanz interessiert Sie?
Getümmel im Foyer der Theaterwerkstatt. Kinder wuseln durcheinander, und dann erscheint diese seltsame Frau, die durch übergroße Brillengläser strenge Lehrerinnen-Blicke aussendet. "Der Mond und das Boot", das Weihnachtsmärchen für Kinder ab drei Jahren, beginnt so unvermittelt, dass manche der Kleinen dies erst gar nicht merken, und munter um die Hauptdarstellerin Fangen spielen. Bis die Frau mit streng-pikierter Stimme klarstellt: Der Lärm, die Kinder, Musik, dies alles kann sie überhaupt nicht leiden. In diesem Moment ist kaum vorstellbar, dass diese Frau, gespielt von Natalie Hünig, wenig später die Herzen von Groß und Klein erobert. "Der Mond und das Boot" ist ein Spaß für die ganze Familie, mit feinem Humor für die Kleinsten und kleinen Seitenhieben auf Erziehungsstile, die nur Erwachsene verstehen, sowie einem Schuss Poesie und Lebensphilosophie. Die Handlung ist schnell erzählt: Es geht um den großen Wunsch eines Boots, einmal zum Mond zu fahren.
Die Inszenierung kommt mit einem einzigen Bühnenbild aus. Das große Meer vor einem Himmel, an dem ein riesiger Mond hängt. Ein Steg ragt ins Meer, darauf sitzt ein Akkordeonspieler (Rudolf Hartmann), der das Stück musikalisch begleitet. Den Rest bestreitet eine wunderbare Natalie Hünig, die alle anderen Figuren des Stücks Leben einhaucht, sogar der Seele des Boots, das auf dem Meer dümpelt. Ganz nebenbei reagiert sie auch noch auf spontane Zwischenrufe von Kindern, wie dem Jungen, der beim gespielten Gang ins Meer der Hauptdarstellerin dringend dazu rät, nicht nur den Badeanzug, sondern auch noch eine Taucherbrille anzulegen. "Ich weiß, wo man die kaufen kann!", rief er dazwischen.
Die Rolle der seltsamen Frau mit Namen Dorothee ist clownesk angelegt. Schon die Szene, in der sie ihre schrillen Kleider ablegt, ist eine Show, für die die Darstellerin viele Lacher aus dem Publikum erntet. Die Inszenierung lässt ihr viel Raum, die Kinder einzubeziehen, spontan und auch bewusst geplant. Immer wieder sind Kinder aufgefordert, ihre Meinung zu sagen, oder gemeinsam durch Einzählen Hilfe zu leisten. Dorothee entledigt sich erst ihrer Kleider, dann ihrer engherzigen Ansichten. Sie vollzieht einen Wandel von der Zicke zur Frau mit Mitgefühl und Fantasie. Das Stück unter der Regie von Magdalene Schaefer kommt mit erfrischenden Einfällen daher, mit einfachen Mitteln, wahrlich Großes auf die Bühne zu setzen, etwa einen riesigen Wal.

Weitere Aufführungen
Bei der Premiere von "Der Mond und das Boot" (für Kinder ab drei Jahren) trampelten und klatschten die kleinen und großen Zuschauer begeistert. Weitere Vorstellungen gibt es laut Website des Theaters am 16.4.2017 und am 23.04.2017 jeweils 15.00 Uhr in der Werkstatt in Konstanz.
Informationen im Internet:
www.jungestheaterkonstanz.de

Südkurier 12.10.2016
LILLI UND DER KLEINE KOMET
Theater von und mit Kindern



Magdalene Schäfer und Frank Lettenewitsch haben sich ein ganz besonderes
Projekt ausgedacht Von Sandra Pfanner

Der Himmel ist übersät von Abermillionen Sternen.
Irgendwo gibt es einen Stern, auf dem die kleine Lilli lebt. Dort landet eines Tages ein kleiner Komet und für Lilli beginnt eine abenteuerliche Reise. Eine Reise, die die Zuschauer und Schauspieler des Theaterstücks gemeinsam unternehmen. Denn "Lilli und der kleine Komet" ist kein gewöhnliches Kindertheater.
Sondern eines, das die Kinder aus dem Publikum mit auf die Bühne holt.
Was genau auf der Bühne passiert, Kann Magdalene Schäfer noch nicht verraten. Nur soviel: ,,Es wird bestimmt welche geben die nie wieder runter wollen", sagt sie und lacht. Schäfer weiß das sozusagen aus eigener Erfahrung. Denn sie, Schauspieler und Autor Frank Lettenewitsch proben das Stück gemeinsam mit dem Theaterpädagogen Denis Ponomarenko seit fast zwei Wochen täglich mit den Kindern des Montessori- Kinderhauses. ,,Es ist spannend zu sehen, wie die Kinder und Schauspieler gemeinsam an dem Stück arbeiten" fasst die Leiterin Renate Hipp die bisherigen proben zusammen.
,,Alle sind begeistert, und ich persöhnlich kann das Stück nur empfehlen."
Frank Lettenewitsch hat die Geschichte selbst geschrieben, die ein wenig an die des kleine Prinzen erinnert: Lilli lernt auf ihrer Reise verschiedene Planeten und deren Bewohner kennen. Die sind mal wild, mal freundlich, mal fremd und mal zauberhaft und Lilli und ihr Hund bleiben mal länger und mal kürzer zu Besuch.
"Es ist sozusagen ein interaktives Theatererlebnis für Kinder, die sich trauen, eine Abenteuerreise mit einem Kometen mitzumachen ''sagt Schaefer auch für Sie als langjährige Schauspielerin und Regisseurin ist das ein Wagnis. ,,Ein unplanbares Theaterstück, das die Grenzen zwischen Zuschauerraum und Bühne radikal aufhebt. Das fordert uns natürlich, macht aber auch den Reiz aus "so Schäfer.
Spieltermine unter: www.schaefereproduktionen.de


Sächsische Zeitung vom 25. Juni 2015
"ALLES AUSSER LANGWEILIG"
Die Jazzfanatics beendenden grandios die „Kapelle für Kids“- Saison
von Sybille Graf


...Es ging heiß her beim letzten „Kapelle für Kids“ der Spielzeit. Der besondere Gast nämlich, den Puppe Alma, wie stets wunderbar glaubwürdig gespielt von Magdalene Schaefer zu diesem „ Extra“ in der Gläsernen Manufaktur von VW empfing, war ein Orchester. Ein fanatisches zudem. Fanatisch versessen auf Jazz: The Real Monday Night Long Island Icetea Jazzfanatics Orchestra brachte die gläsernen Wände zum Vibrieren, die Ohren zum Klingen und die Finger zum Mitklopfen.

Nun ist der Jazz ja nicht das vornehmliche Betätigungsfeld der Kinderkonzertreihe der Sächsischen Staatskapelle Dresden, doch der Ausflug in diese Gefilde machte allen-Publikum und Gäste- sichtlich Spaß. Und die jungen Hörer konnten von Kapellhornist Julius Rönnebeck als Moderator hören, dass die Grundlage von Klassik und Jazz ja gar nicht unähnlich sind.

Von „blau eingefärbten“ Tonleitern war die Rede und davon, dass sich auch die Jazzer- so großartig sie im Improvisieren sind- an bestimmte Regeln halten, daß guter Jazz wie ein gutes Gespräch und seine Sprache Englisch ist...

Das Vergnügen an der Musik ist es, dass „Kapelle für Kids“ auch in der vergangenen Spielzeit auf die unterschiedlichsten Weise erweckte. Wie der Nachmittag mit den Jazzern, für dessen Inszenierung Michaela Dicu verantwortlich zeichnete, waren etwa auch Anja Nicklichs Programme „Saitenwaise Tasten- das Klaviertrio“ oder „Von Tuten und Blasen voll die Ahnung-Die Blechbläser“ durch und durch sinnfällig gestaltet, kurzweilige Konzerte, die eben nicht nur berieseln, sondern greifbar und unaufdringlich Wissen vermitteln. Ob auf der Zeitreise mit dem Klaviertrio, in dem erst das Cembalo, dann der Hammerflügel und zuletzt der moderne Flügel den Platz des Tasteninstruments einnahm. Oder mit dem Gartenschlauch, der die Länge des „auseinandergewickelten“ Horns demonstrierte. Neben den genannten Programmen wurde auch in einem weiteren das Fagott vorgestellt und machte sich die Staatskapelle einen „Haydn- Spaß“. Dort durfte die berühmte Abschiedssinfonie natürlich nicht fehlen- und nun heißt es also Abschied zu nehmen in der Spielzeitpause von „Kapelle für Kids“.

Die neue Saison für „Kapelle für Kids“ startet am 17./ 18./19. Oktober 2015 auf der Semper 2 mit „Kein Witz – die Bratsche“. An gleicher Stelle gibt es im Juni 2016 „Unerhört- Neue Musik“ auf die Ohren.

Auf der großen Bühne der Semperoper präsentiert sich am 31. Januar 2016 „Das Streichoktett“ das dann auch wieder zu den Osterfestspielen mitreist und wird am 3. April zu einer „Reise nach Prag“ eingeladen. Auch einen besonderen Gast in der VW_ Manufaktur soll es natürlich wieder geben- diesmal bereits am 5. März 2016. Vermutlich kommt er nicht gleich wieder zu neunt. Aber langweilig wird es ganz bestimmt trotzdem nicht.


28. Februar 2015 aus der Sächsischen Zeitung
SCHUBERT, STRAUSS, SEEIGEL-SUSHI
“Dresdner Klang” in Quartettbesetzung – Ein Lunchkonzert in Tokio begeisterte die Hörer.

Bessere Botschafter für den Freistaat als die Musiker der Staatskapelle könne er sich nicht vorstellen, hatte ein gut gelaunter Stanislaw Tillich den in die Wüstenstadt Al-Ain gereisten Journalisten in den Block diktiert. Gerade vorhin habe ihn noch die Frau des japanischen Botschafters inständig um zwei Karten für die Suntory Hall nächste Woche gebeten; ob sich da was machen lasse?

Es ließ sich machen. Das Orchester behielt allen Flugausfällen, Visa-Problemen und Grippeviren zum Trotz die Contenance und präsentierte der Welt hingebungsvoll ihr goldenes Kernrepertoire von Richard Wagner bis Richard Strauss. Es begeisterte aber nicht nur Kenner und alte Hasen. Das diesmal komödiantisch angehauchte Schülerprogramm “Kapelle für Kids” mit der ausnahmsweise auf Englisch parlierenden Hauptheldin Alma erstaunte Wüstensöhne in Abu Dhabi und Grundschüler in Hongkong. Stimmführer des Orchesters gaben vormittags Meisterkurse für Studenten der örtlichen Musikhochschulen, knüpften Kontakte und warben so schon die nächsten Bewerber der ensembleeigenen Giuseppe-Sinopoli-Akademie an, in der der Nachwuchs aus aller Welt auf den Wunderharfen-Klang eingeschworen wird...


25. Februar 2015 aus der Zeitung Dresdner neuste Nachrichten
BRUCKNER, POPCORN, BURKA
Die sächsische Staatskapelle macht Konzertstation im Orient


...Mit im Gepäck dieser Reise – und dies durchaus auch aufklärerisch gedacht – war zum ersten Mal die „Kapelle für Kids“. In Dresden wird sie von Musikern der Kapelle für Schulkinder, Eltern und Lehrer offeriert. In Abu Dhabi ermöglichte sie Schülerinnen und Schülern ein Kennenlernen der klassischen Musik. Eine Reihe arabischer Studenten kamen zudem an der Universität von Al Ain in Berührung mit „westlichem“ Instrumentarium. Musiker der Kapelle haben sich dort mit ihrem Beruf vorgestellt.

Immerhin, die sächsischen Musiker haben Dresdens Image im Morgenland gründlich aufpolieren können. Anschließend reisten sie nach Yokohama und Tokyo, wo die Kapelle längst zu begehrten Stammgästen zählt. Ein Novum wird an den beiden letzten Februar-Tagen noch Hongkong sein, denn auch dort sollen „Kapelle für Kids“ und Meisterkurse gezielt das jüngere Publikum ansprechen.

Wäre doch schon, wenn sich herumspricht, dass Weltoffenheit mehr ist als nur der eigene Blick ins Reisebüro – sondern gelebtes Miteinander bedeutet. Dann kommt die Welt auch gerne nach Dresden. Kunst und Kultur sind hier schon viel weiter als Straßenvolk und Politikerstammtische.

21. Januar 2015 | Südkurier
THEATER HINTER GITTERN
Präsentation in der SPIEGELHALLE


Seit Mitte Oktober 2014 proben Theaterpädagoge Denis Ponomarenko und Puppenspielerin Magdalene Schaefer mit Gefangenen der JVA Konstanz. Jeden Mittwochabend wurde in den Räumlichkeiten der JVA zwei Stunden lang mit den Puppen aus der Inszenierung »Clockwork Orange« von 2010 gearbeitet: Aufwärm- und Konzentrationsübungen, anschließend Improvisationen zu verschiedenen Situationen und Themen.

Die Zusammenarbeit fand in verschiedenen Sprachen statt: deutsch, russisch, englisch und rumänisch. Die Teilnahme spiegelte die Einzelschicksale wider: Gefangene wurden in dem Zeitraum entlassen, andere kamen hinzu und beteiligten sich fortan am Projekt. Doch die Erfolgserlebnisse blieben bestehen, so Denis Ponomarenko und Magdalene Schaefer über ihre Erfahrungen: »Die Begeisterung und Konzentration sowie die große Freude und der Ideenreichtum der Teilnehmer war und ist für uns unerwartet und sehr positiv. Wir konnten nach nur sechs Probeneinheiten anfangen, an klassischen Texten zu arbeiten und entschieden uns für Auszüge aus Goethes Faust. Wir waren überrascht, wie schnell und gut der Text von den Teilnehmern gelernt und mit welchem Ehrgeiz geprobt wurde.«

Eine öffentliche Präsentation ist außerhalb der JVA nicht möglich. Am 21. Januar 2015 wird jedoch um 20.00 Uhr im Foyer des Theaters Konstanz eine Projektdokumentation gezeigt, in welcher die Aufführung ebenfalls zu sehen sein wird. Im Anschluss daran findet eine Diskussion über das Projekt statt.

Aus der Theaterzeitschrift Spektakel aus Meiningen vom Dezember 2014
MÄRCHENHAFTE VORWEIHNACHTSZEIT
Zum Jahresausklang volles Programm

Nach vielen erfolgreichen Vorstellungen von Januar bis November in diesem Jahr setzt das Puppentheaterensemble jetzt zum Endspurt 2014 an. Neben der spartenübergreifenden Arbeit in „Peter Pan“, sind viele Vorstellungen im Dezember auf dem Spielplan des Puppen- theaters in Meiningen, aber auch andernorts als Gastspiel zu erleben.

Der „Kleine Hobbit“ nach Tolkien feiert am 5. Dezember seine Wiederaufnahme. Neu da- bei ist Magdalene Schaefer, die in Meiningen bereits ihre Diplominszenierung „Romeo und Julia“ spielte und in „Peterchens Mondfahrt“ und in „Das Märchen von der verlorenen Zeit“ zu sehen war.


30.11.2011, Südkurier

DIE REISE EINER WOLKE
Mit einer Wolke auf die ganz große Reise


Wer hat noch nie verträumt auf einer Wiese gelegen und die Wolken beobachtet. Mal gleichen sie Schäfchen oder Türmen von Zuckerwatte, erinnern an Badeschaum oder schlängeln sich im Himmelsblau entlang. Die Puppenspielerin, Magdalene Schaefer erweckt diese Bilder im neuen Kindertheaterstück "Die Reise einer Wolke" mühelos zum Leben. Ein riesiges Moskitonetz wickelt, dreht und knautscht sie zu den verschiedensten Wolkenformationen. Ihr weißer Reifrock plustert sich auf und durch den wilden Haarschopf streicht scheinbar der Wind. Als flauschige Haufenwolke über dem Bodensee beginnt die Spielerin ihre Reise, auf der sie ein kleines Puppenkind begleitet und dem sie die Wunder der Welt zeigen und erklären wird: Ein Bauernhof, die Wüste und der Dschungel, das ewige Eis und das tiefe Meer sind die Stationen, die das eigenwillige Gespann besucht. Und da aus einer himmlischen Perspektive erzählt wird, erscheint Vertrautes in neuem Licht.

Es ist eine Reise, die alle Sinne anspricht: So wird der Ausflug auf den Bauernhof zu einem wahren Geschmacks- und Geruchserlebnis. Magdalene Schaefer fächert aus einem Glasbecher den Besuchern Lavendelduft zu, der an frisch gewaschene Wäsche erinnert. Nach Ankunft am Nordpol zieht die Puppenspielerin aus ihrem Koffer der Erinnerung richtiges Eis hervor, im Dschungel verwandelt sich das Publikum, vom Wolkenkind dirigiert, in einen Chor der Tiere. "Dass das Schmecken, Fühlen, Riechen, Hören und Schauen gleichermaßen angesprochen werden, macht den besonderen Reiz des Stückes aus", sagt Regisseur Matthias Ludwig.
Er hat gemeinsam mit Magdalene Schaefer die Vorlage von Roberto Frabetti für die Werkstattbühne angepasst. "Wir haben uns viele Gedanken gemacht, wie man eine Wüste oder den Dschungel darstellen kann, was das Charakteristische ist."

Das Stück lebt von den liebevollen Details, der poetischen Sprache, die die Fantasie anregt. Aber auch vom Einbinden des Publikums. Groß und Klein sitzen wie in einer Manege im Bühnenbild. Ungewohnt, aber aufregend für Magdalene Schaefer, die vergangenes Jahr bereits in den Kinderstücken "Tülliknüllifülli" und "Nur ein Tag" auftrat. Ihr erstes Solostück begeistert sie: "Die Kinder reagieren sehr darauf und erzählen viel". Kein Wunder. Denn so eine Reise macht man nicht alle Tage.


Thurgauer Zeitung März 2011

BONNIE UND CLYDE



…Anette Gleichmann hat für das junge Theater Konstanz eine neue Fassung des Stoffes geschrieben. Sie erzählt die Geschichte von Bonnie und Clyde als zwei junge Menschen, die einem Traum nachhängen: dem Traum von einem sorglosen Leben auf eienr Insel. Die Geschichte wird mit und Puppen erzählt, dies nehmen dem Stoff sein schwere , nicht aber den Ernst. Immer wieder greifen Spielebenen, Figuren und Handlungen ineinander, brechen einander gegenseitig. Magdalene Schaefer spielt eine fragile Bonnie, die lieber Lacht als spricht. Rodrigo Umsehers Clyde hämmert seine Wut in die Wände und schreit um sich, zeigt aber auch eine wehmütig, kindliche Seite und scheint wie Bonnie, nicht zu verstehen und fast zu bedauern was geschah.
"Träume sind Schatten der Realität"sagt Bonnie. Clyde schnipst auch diesen Satz lässig weg. " Alles unter Kontrolle". Träume sind in diesm Stück Wunschträume und Alpträume. Als die beiden in die Enge getrieben sind, sagt Bonnie" Wir sind nicht frei, wir sind auf der Flucht"… dann schlagen die Kugeln durch die Wand.


Dresdener neuste Nachrichten 2007

DIE BRÜDER LÖWENHERZ



Die Geschichte beginnt mit dem Ende…es geschieht ein furchtbares Unglück und die beiden Brüder sterben. Das ist sehr traurig, auch wenn die beiden Puppenspielerinnen dabei in urkomischen Clownerien ergehen. Die beiden finden sich wieder in einer wunderbaren zweiten Welt, in einem Kirschtal voller Blüten… für die beiden Jungen beginnen wahrlich atemberaubende Abenteuer mit Lagerfeuer, Türenlauschen, Tunnelgraben und Drachen töten, an deren Ende sie sich mit Recht die "Brüder Löwenherz" nennen dürfen…. Die pantomimischen Fähigkeiten der beiden Spielerinen liessen den steinalten, tapferen Matthias oder den schizophren- doppelköpfigen Tengil Gestalt annehmen. So viel Wind, Taubengegurre, Tyrannengewüte schlug in den Zuschuerraum, dass man fast meinen konnte, dass die Trauer selbst nicht zu laut werden durfte…. Am Ende dieses erstaunlichen Stückes unter der Regie von Markus Joss steht ein neuer Anfang. Nach der zweiten Welt, Nangijala, kommt eine dritte. Wenn sie sterben- die Guten wie die Bösen- müssen sie beerdigt werden. Wie also geht man mit dem Tod um? Am Ende heißt die Antwort wohl, dass man darüber reden und nachdenken soll!